von Patricia Suter

Die Lebenszyklen eines Startups

Wer ein Startup gründet, lässt sich auf ein Abenteuer ein, in dessen Ausgang alles möglich ist, vom überwältigenden Erfolg bis zum totalen Scheitern. In jedem Fall ist die Gründung eines Startups ein spannender und erfahrungsreicher Prozess. Der Begriff »Startup« bezeichnet ein Unternehmen, das sich gerade erst gegründet hat und dem eine innovative Idee zugrunde liegt, deren Marktwirkung noch unbekannt ist. Das Wachstumspotenzial ist es, das ein Startup von einer herkömmlichen Firmengründung unterscheidet, die Suche nach dem »nächsten, großen Ding«. Das Internet und auch die Fernsehshows sind voll von Geschichten über Startups, die Rekorde gebrochen haben, wie etwa Uber oder Airbnb und heizen die Gründerszene zusätzlich an. Die Jagd nach Investoren ist ein wichtiges Merkmal von Startups.

 

So unterschiedlich Startups sein können, so durchlaufen sie doch alle die gleichen Zyklen:

Die Seed-Phase (die ersten 12 Wochen)
Die Seed-Phase oder auch Pre-Seed-Phase beschreibt jene Wochen, in denen sich die Idee zu einer Firmengründung im Kopf festsetzt und kontinuierlich wächst. Pro und Contra werden analysiert, Chancen betrachtet, die eigenen Möglichkeiten eingeschätzt. Der Gründer geht schwanger mit seiner Idee und arbeitet sie weiter aus, bis ein grobes Konzept steht. Feedback von Freunden und später auch Experten wird eingeholt, um das eigene Marktpotenzial zu analysieren. Einige Gedanken werden auch wieder verworfen, dafür kommen neue dazu. Welche Möglichkeiten der Kapitalbeschaffung gibt es? Welche Ressourcen sind notwendig, um das Produkt zur Marktreife zu bringen? Welcher Zeitrahmen ist realistisch? Wie kann die eigene Rolle umgesetzt werden – Vollzeitgründer oder Gründer im Nebenerwerb? An welchen Stellen gibt es kompetente Beratung, welche Tipps machen eher keinen Sinn? Welche Unternehmensform macht Sinn, welche Ressourcen müssen eingekauft werden? Welcher Standort ist der Richtige? Wo fehlt es an Expertenwissen, was kann selbst geleistet werden? Am Ende dieser Phase stehen meistens ein fertiger Businessplan und ein erstes Investment.

Die Startup-Phase (das folgende Jahr)
Manche nennen sie auch die Planungs- oder eigentliche Seed-Phase. Diese Phase ist vielleicht die spannendste von allen, denn jetzt nimmt die Idee konkrete Formen an. Alle wichtigen Informationen sind eingeholt und werden umgesetzt. Das Unternehmen wird gegründet, es bekommt einen offiziellen Namen, einen Standort, ein Corporate Design und auch erste Mitarbeiter. Das Produkt-Rollout läuft an und Markterfahrungen werden gesammelt. Dabei zeigt sich häufig, dass in der Praxis nicht alles so umsetzbar ist, wie es in der Theorie geplant war, oft muss improvisiert werden. Die Lernkurve in diesen Monaten ist besonders steil. Marketing spielt in dieser Phase eine wichtige Rolle, das Wachstum kann schnell anwachsen oder auch, je nach Segment, langsam steigen. Entscheidend sind die stetige Analyse der eigenen Entwicklung und das kritische Hinterfragen der eigenen Ziele und Lösungen.

Wachstums- und Stillstandsphase (nach dem 1. Jahr)
An das erste aufregende Jahr schließt sich häufig eine Talfahrt an. Ressourcengrenzen werden erreicht, neue Kapitalgeber sind notwendig. Die ersten Tiefschläge wurden durchlebt, man hat sich von Mitarbeitern, Partnern und Ideen verabschiedet und die erste Euphorie ist verflogen. Nun heißt es nacharbeiten, um den Erfolg wieder zu beflügeln und neue Marktsegmente zu erschließen. Frisches Kapital ist dabei nur ein wichtiger Faktor. Häufig ist es vor allem wichtig, sich starke und erfahrene Partner in das Boot zu holen, die den Aufbau der Firma unterstützen.

Expansion und Etablierung (2. bis 4. Jahr)
Die Wachstumskurve zeigt in dieser Phase nicht mehr so steil nach oben wie im ersten Jahr, dafür stellt sich ein kontinuierliches, gesundes Wachstum ein. Die Marke ist auf dem Markt etabliert, es wird über Expansion und Weiterentwicklung nachgedacht. Statt aggressiver Konkurrenz werden nun Allianzen gesucht, Prozesse werden optimiert, Zukunftschancen ausgelotet. Aus dem Startup ist ein etabliertes Unternehmen geworden. Und was kommt danach? Richtig, das nächste Startup – der Zyklus beginnt von vorne!

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